Jede Website, jeder Online-Shop und jede E-Mail liegen am Ende auf einem Server – und Rechenzentren bilden die Grundlage dieser modernen Internetdienste. Gleichzeitig verbrauchen sie Energie, Hardware und andere Ressourcen. Als einer der größten Rechenzentrumsbetreiber Europas wissen wir, welche Verantwortung das mit sich bringt. Deshalb gehen wir mit den Umweltbelastungen unserer Infrastruktur pflichtbewusst um.
Nachhaltigkeit umfasst aber mehr als Umweltaspekte – sie ruht auf drei Säulen, die eng zusammenhängen:
- Ökonomische Nachhaltigkeit: Prozesse, die langfristig effizient und wirtschaftlich tragfähig sind.
- Soziale Nachhaltigkeit: Verantwortung gegenüber Mitarbeitenden, Partnern und der Gesellschaft.
- Ökologische Nachhaltigkeit: Verantwortungsvoller Umgang mit Energie, Ressourcen und Emissionen.
In diesem Artikel liegt der Fokus auf unseren ökologischen Maßnahmen und darauf, wie wir die Umweltbelastungen unserer Infrastruktur systematisch reduzieren.
Was bedeutet Nachhaltigkeit in der IT?
Nahezu jedes Unternehmen, das produziert oder Infrastruktur betreibt, beeinflusst die Umwelt – die IT-Branche ist da keine Ausnahme. Entlang der Liefer- und Produktionsketten entstehen Emissionen und Ressourcenverbrauch.
Ein wichtiger erster Schritt, um sie einzudämmen: relevante Umweltaspekte überhaupt messbar machen. Nur wer Zahlen hat, kann gezielt etwas reduzieren.
Auf manche Umweltaspekte haben wir direkten Einfluss:
- Strom-, Wasser- und Ressourcenverbrauch
- CO₂-Emissionen im Betrieb
- Materialeinsatz
- Lebensdauer und Entsorgung von IT-Hardware
- Energieeffizienz unserer Infrastruktur

Andere können wir nur indirekt beeinflussen:
- den Mix aus erneuerbaren und nicht erneuerbaren Energiequellen im nationalen Stromnetz
- Lieferketten und Transportwege
- Verhalten unserer Kunden
- Mobilität unserer Mitarbeitenden

Unser Ziel: die direkten Umweltwirkungen so gering wie möglich halten und die indirekten schrittweise verbessern. Wachstum und Nachhaltigkeit verstehen wir dabei nicht als Widerspruch, sondern als langfristige Verantwortung.
Der Plan dahinter: Unser Umweltmanagementsystem
Wie setzen wir das konkret um? Im Kern über ein Umweltmanagementsystem (UMS). Es regelt Verantwortungen und macht aus unseren Zielen feste Abläufe. Ob wir wirklich besser werden, sehen wir an klaren Zahlen – Stromverbrauch, Ressourceneinsatz und Ähnlichem. So erkennen wir, wo es gut läuft und wo wir nachbessern müssen.
Umweltschutz ist nichts, was wir einmal erledigen und abhaken. Er bleibt eine Daueraufgabe. Dabei ist uns Transparenz sehr wichtig – gegenüber unseren Mitarbeitern ebenso wie gegenüber Kunden und der Öffentlichkeit.
Was ist EMAS?
Damit wir das auch beweisen können, setzen wir auf EMAS. Hinter dem Kürzel steckt das „Eco-Management and Audit Scheme“, ein europäischer Standard für Umweltmanagement. Das Besondere: Ein unabhängiger, staatlich zugelassener Umweltgutachter prüft nach, ob unsere Angaben wirklich stimmen.
2025 haben wir eine EMAS-Zertifizierung erhalten – an unserem Hauptsitz in Gunzenhausen und an den Standorten Nürnberg und Falkenstein. EMAS gilt als einer der anspruchsvollsten Umweltstandards Europas und schließt die Anforderungen der internationalen Norm ISO 14001 mit ein – ein weltweit anerkanntes Regelwerk für Umweltmanagement. Für mehr Informationen zu den Managementsystemen und zu unserer Nachhaltigkeit solltest du bei unseren Docs vorbeischauen.
Unsere Umweltpolitik: Fünf Grundsätze
CO₂-Emissionen reduzieren: Über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg halten wir den CO₂-Ausstoß so gering wie möglich. Das betrifft sowohl den Betrieb als auch den Transport von Gütern.
Erneuerbare Energien: Wir beziehen 100% des Stroms in Deutschland und Finnland aus erneuerbaren Energien. Auch in Zukunft möchten wir erneuerbare Energiequellen weiter ausbauen.
Abfall vermeiden und recyceln: Server und andere Produkte setzen wir energieeffizient und besonders langlebig ein. Ältere Hardware verkaufen wir teilweise über unsere Serverbörse weiter. Was wirklich entsorgt werden muss, recyceln wir nach strengen Umweltkriterien.
Innovationen fördern: Auch über Technik lässt sich Nachhaltigkeit erreichen. Ein Beispiel: Unsere hauseigene 3D-Druckfarm stellt Kleinteile für die Server selbst her. Das verkürzt die Wertschöpfungskette und spart Transportwege. So suchen wir laufend nach neuen Wegen, mit Technik Ressourcen zu sparen.
Transparent kommunizieren: Neben allen Maßnahmen, die wir treffen, ist uns eine offene und transparente Kommunikation wichtig. Wir verstehen Umweltschutz als fortlaufenden Prozess und akzeptieren unsere Vorreiterrolle als einer der größten Rechenzentrumsbetreiber in Europa.

Wie aus Grundsätzen Maßnahmen werden
Auf dieser Basis leiten wir jedes Jahr konkrete Maßnahmen ab. Und Effizienz ist dabei unser Wegweiser. Wir wollen Energie und Ressourcen so wirksam wie möglich einsetzen – und das betrifft unter anderem:
- die Planung der Datacenter-Parks
- die Entwicklung eigener Server
- die Gebäudetechnik
- Kühlung und Luftführung
- Monitoring- und Steuerungssysteme
Was ist ein (guter) PUE-Wert?
Ein Rechenzentrum verbraucht Strom an zwei Stellen: für die Rechenleistung der Server und für Bereiche ohne direkten IT-Bezug – also Sicherheitssysteme, Beleuchtung, Kühlung. Je weniger Strom in die Nicht-IT-Bereiche fließt, desto effizienter ist ein Rechenzentrum.
Genau das misst der PUE-Wert, kurz für Power Usage Effectiveness. Der ideale Wert wäre 1,0 – dann würde der Gesamtstrom in die Rechenleistung fließen. Wir sind mit einem Durchschnittswert von 1,14 weit besser als der Branchendurchschnitt. Dieser lag im Jahr 2024 laut Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz bei 1,46.
Aber wie erreichen wir diesen Wert?
0% Wasserkühlung – 100% Luftkühlung
Server werden im Betrieb warm und müssen gekühlt werden. Wo andere Betreiber auf Wasserkühlung oder andere stromintensive Verfahren setzen, nutzen wir die vorhandene Außenluft. Sie wird ins Rechenzentrum gezogen und durch die Gebäudeinfrastruktur geführt, sodass sie alle Bauteile zuverlässig erreicht.
Danach steigt die erwärmte Luft in das schräge Pultdach – und wird weiterverwendet: Wir nutzen die Abwärme, um unsere Büros und Produktionsräume zu heizen.

Echtzeit-Kontrolle: Das Efficiency Monitoring System
Unser Efficiency Monitoring System misst den Energieverbrauch in Echtzeit und zeigt uns, wo sich noch etwas verbessern lässt. So erkennen wir Schwachstellen sofort und steuern nach, bevor Energie unnötig verloren geht.
Nachhaltiger Produktlebenszyklus
Sparsam mit Rohstoffen umzugehen, beginnt für uns lange, bevor ein Server läuft. Die gedruckten Luftkanäle oder Halterungen beispielsweise sparen Material und lange Transportwege.
Der Lebenszyklus eines Servers startet in unserer Hardware-Abteilung, wo wir eigene Modelle entwickeln. Der Vorteil: Wir legen sie von Anfang an so energieeffizient wie möglich aus.
Hat ein Server seine Zeit im Rechenzentrum hinter sich, ist noch lange nicht Schluss: Die meisten wandern in unsere Serverbörse – getestet, einsatzbereit und preiswert.
Zeigt ein Test einen Defekt, reparieren wir ihn. Klappt das nicht, verwenden wir einzelne Komponenten weiter oder recyceln sie. So kommt ein Server bei uns im Schnitt auf acht Jahre Lebensdauer.
Auch in Logistik und Transport bleiben wir dieser Idee treu und setzen auf wiederverwendbare Mehrwegboxen.
Unsere Umweltziele bis 2028
Stehenbleiben ist keine Option. Zu unserer Umweltpolitik gehört, alle Prozesse stetig weiterzuentwickeln. Für unseren ersten EMAS-Zyklus haben wir uns deshalb Ziele gesetzt, die wir bis spätestens 2028 erreichen wollen. Dazu zählen:
- erneuerbare Energien weiter ausbauen
- den Produktlebenszyklus noch ressourcenschonender gestalten
- Lieferketten nachhaltiger aufstellen
- die Abwärme unserer Rechenzentren an externe Wärmeabnehmer liefern
Einige erste Schritte haben wir bereits umgesetzt. Nähere Informationen dazu und vieles mehr findest du in unserer Umwelterklärung. Bei Interesse an dem Dokument schreib uns gerne eine E-Mail an emas@hetzner.com oder erfrage es über das Ticketsystem. Weitere Hintergründe findest du auf unserer Nachhaltigkeitsseite.



